Basiswissen über Schweden

Schwedische FahneLand & Leute

Schweden ist der östliche Teil der Skandinavischen Halbinsel, mit knapp 450.000 Quadratkilometern das größte skandinavische Land und das viertgrößte Land Europas. Schweden teilt sich in die drei Regionen Götaland, Svealand und Norrland, wobei der Süden des Landes stärker entwickelt und besiedelt ist als der Norden, der erst um 1900 erschlossen wurde. Schweden hat insgesamt 38.485 Quadratkilometer Binnengewässer, die sich in viele tausend Seen aufteilen und sich vorwiegend im südlichen Mittelschweden befinden.

Charakteristisch für Nordschweden sind die langen, hellen Sommernächte. Hundert Tage ohne Nacht — das ist die Mitternachtssonne, die man oberhalb des Polarkreises erleben kann. Aber auch weiter südlich wird es im Sommer nie richtig dunkel.

Etwa 80 Prozent der gut neun Millionen Schweden leben in Städten - allein 760.000 in der Hauptstadt Stockholm. Der Bevölkerungszuwachs liegt zurzeit bei 0,01 Prozent. Eine dicht bevölkerte Region besteht aus dem Dreieck Malmö — Göteborg — Stockholm und dem nordwärts verlaufenden Küstenstreifen. Das norrländische Binnenland ist sehr dünn besiedelt, was Probleme für Dienstleistungen und Verkehr aufwirft.

Zwölf Prozent der Bevölkerung sind Einwanderer: bis 1973 überwiegend aus Finnland, danach hauptsächlich Flüchtlinge aus Südamerika, dem Balkan und der Levante. Viele polnische Gastarbeiter im Lande sind im Gesundheitssektor beschäftigt.

Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch, es gibt aber auch Gebiete, in denen Finnisch und Samisch verbreitet ist. Die skandinavischen Sprachen Dänisch und Norwegisch werden normalerweise verstanden, denn sie sind dem Schwedischen sehr ähnlich.

Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch haben den Status anerkannter Minoritätensprachen. Die evangelisch-lutherische Kirche ist die ehemalige Staatskirche; ihr gehört die Mehrheit der Bevölkerung an. In bestimmten ländlichen Gebieten sind evangelisch-freikirchliche Bekennungen üblich und in den größeren Orten gibt es auch Kirchen anderer Konfessionen.

Wirtschaft

In den vergangenen 100 Jahren hat sich Schweden von einer Agrargesellschaft zu einem industriellen Wohlfahrtsstaat entwickelt, wobei die Landwirtschaft nur noch rund 2 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Die größten landwirtschaftlich genutzten Flächen und die höchste Produktivität gibt es im südlichsten Teil Schwedens, wo überwiegend Getreide und Schweinefleisch produziert werden, während in Norrland die Futter-, Fleisch- und Milchproduktion vorherrscht. Beinahe alle landwirtschaftlichen Betriebe werden von nur einer Familie bewirtschaftet und sind verhältnismäßig klein.

Die Naturschätze — hauptsächlich Wald, Erz und Wasserkraft -‑ bilden die historische Grundlage seiner Volkswirtschaft. Heute liegt der Schwerpunkt auf der Verarbeitung der Rohstoffe. Handel, Verkehr, Verwaltung, Tourismus und Dienstleistungsgewerbe beschäftigen mehr Menschen als die Industrie.

Schweden gehört zu den innovativsten Ländern. Die Wirtschaft ist ausgeprägt exportorientiert und zeichnet sich durch einen hohen Anteil kleiner und mittelgroßer Unternehmen aus. Aber auch große Unternehmen wie Volvo, Saab, Ericsson, IKEA, H&M sowie ABB haben ihren Firmensitz in Schweden. Obwohl der größte Teil der Industrie in Privatbesitz ist, hat Schweden einen relativ großen öffentlichen Sektor, der in den letzten Jahrzehnten sogar noch zugenommen hat.

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